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DER PODCAST

Ein Stück Deutschland

"Wir können doch nichts dafür. Deutsch ist und bleibt unsere Muttersprache." In San Miguel, einem Ort nördlich von Buenos Aires, steht das Hogar Adolfo Hirsch, das Altenheim der Deutsch sprechenden Juden Argentiniens. Ungefähr 170 alte Menschen leben hier, inmitten eines großzügigen blühenden Parkgeländes.

Alle sind Einwanderer der ersten Generation. Sie sind in Deutschland, Österreich oder Ungarn geboren und ihre Lebensgeschichten sind bis heute eng mit Deutschland verknüpft, mit dem Deutschland der Nazizeit. Wir haben 49 von ihnen besucht, um mehr über ihr Leben zu erfahren. Einige haben wir in ihren Zimmern aufgesucht, andere im Park getroffen oder in der Stadt. Hier erzählen 49 Männer und Frauen von ihrer Emigrationsgeschichte, ihrem Verhältnis zu Argentinien und ob sie je darüber nachgedacht haben, wieder in Deutschland zu leben. Die Initiatorin des Projektes, Corinna Below (Journalistin) spricht in diesem Podcast mit ihrem Freund und Kollegen Carsten Janz über die Schicksale der Vertriebenen. Dazu sind Gäste geladen, Experten aber auch Verwandte oder Zeitzeugen. Und auch aktuelle politische Entwicklungen werden hier besprochen. Gegen das Vergessen.

Sprecher Intro - Henrik Hanses

 

 


 

Folge 13

 

Cecilie Paschkes ist 13 Jahre alt, als die Eltern beschließen, so schnell wie möglich aus Nazideutschland nach Argentinien auszuwandern. Zu gehen fällt der Jugendlichen nicht schwer, denn die Familie war erst 1929 aus Buenos Aires in Cecilies Geburtsstadt zurückgekommen. Sie erlebt wenig Anfeindungen, aber "die Nachbarn haben nicht mehr gegrüßt, aus Angst um ihre Kinder.“ Und als sie 1934 ausreisen, „da sind schon aus Dachau die versiegelten Särge rausgekommen“, erinnert sie sich im Interview 2004. Ihr Vater, so erzählt sie weiter, sei 1933 zufällig in Nürnberg gewesen, als die Nationalsozialisten dort ihren Parteitag abhielten. Er habe sofort gewusst, dass er seine Familie in Sicherheit bringen muss.

 


 

Folge 12

 

 

Die junge Berlinerin Edith Horowitz ist frisch verheiratet. Sie und ihr Mann haben schon lange Einreisegenehmigungen für Argentinien. Der Bruder ihres Mannes hatte sie geschickt. Doch sie können sich von Ediths Eltern und der Schwester nicht trennen. "Es war so schwer für uns." Erst ein Jahr später reisen sie aus.

Ediths Familie können sie dann 1938 nicht mehr nachholen. Dem argentinishen Konsul in Berlin sind die Hände gebunden. Ein neues, geheimes Dekret, das sogenannte „Circular 11“, verhindert die Ausreise. Die Direktive hatte der damalige Außenminister Argentiniens auf der Flüchtlingskonferenz in Evian noch vor Ende der Konferenz unterzeichnet. Sie wies die argentinischen Diplomaten in der ganzen Welt an, 

„allen Personen ein Visum – auch ein Touristen- oder Transitvisum – zu verweigern, von denen anzunehmen ist, dass sie ihr Herkunftsland verlassen haben oder verlassen wollen, weil sie als unerwünschte Personen angesehen werden, oder des Landes verwiesen wurden, ganz unabhängig vom Grund ihrer Ausweisung“. 

Ohne das Wort „Juden“ zu benutzen, ist im diplomatischen Jargon der Zeit vollkommen klar, wer mit diesen „Unerwünschten“ gemeint ist. Kurz darauf werden mit dem Präsidentenerlass Nr. 8972 die Einreisebedingungen weiter verschärft.

Eltern und Schwester und fast alle anderen Verwandten werden im Konzentrationslager ermordet.

 


 

Folge 11

Edith Horowitz berichtet im Interview von 2004 von einer Überfall auf ihren Verlobten.
Eines abends bringen Edith, ihr Verlobter und die Schwester eine Freundin zur Bushaltestelle am Berliner Hansaplatz. Das muss Ende 1937 oder Anfang 1938 gewesen sein. Als sie zurück kommen und schon im Hausflur stehen, klopft plötzlich ein Junge von draußen an die Tür. Edith Horowitz klopft auf den Tisch und dann erzählt sie weiter: „und mein Mann, freundlich wie immer, machte dem Jungen die Tür auf. Dann waren plötzlich drei Riesenkerle im Hausflur. Riesengroße Männer, junge Leute, die gleich auf meinen Mann einschlugen.“ Mit der Zeit heilen solche Wunden, doch ist ihr 70 Jahre später die Empörung immer noch anzusehen. Sie erzählt weiter, wie sie und ihre Schwester rauslaufen, um Hilfe zu holen und niemand weit und breit zu sehen ist, „Ich weiß aber auch nicht, ob sich einer eingemischt hätte,“ sagt sie heute. Damals hat sie noch daran geglaubt. Der Geschlagene kommt mit einem blauen Auge davon. Doch später wird sich herausstellen, dass es eine Augenverletzung ist, die ihn fast völlig erblinden lässt. Edith Horowitz sucht auch heute noch nach einer Erklärung. „Ich nehme an, die Männer haben gedacht, der jüdische Junge geht da mit zwei Arierinnen,“ denn sie und ihre Schwester waren blond. Heute ist ihr Haar schneeweiß.

In dieser Folge haben wir den Sozialwissenschaftler und Antisemitismusexperten Daniel Poensgen zu Gast. Er promoviert zum Verhältnis von politischer Kultur des Staates und Antisemitismus und arbeitet als wissenschaftlicher Referent des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS). RIAS ist eine Meldestelle für antisemitische Vorfälle: Betroffene und Zeug*innen können ihre Erlebnisse auf der Webseite, aber auch telefonisch, über Social Media oder per E-Mail melden. RIAS dokumentiert die Vorfälle aus Perspektive der Betroffenen und vermittelt bei Bedarf weitere Beratung. Nachdem das Projekt mit RIAS Berlin startete, kooperieren derzeit im Rahmen des Bundesverbandes RIAS Meldestellen aus mehreren Bundesländern miteinander.

Mit Daniel Poensgen sprechen wir über die antisemitische Gewalt, die Edith Horowitz und ihr Verlobter in Berlin 1938 erlebt haben. Wir reden aber auch darüber, inwiefern so ein Vorfall auch heute noch passieren kann oder passiert. Daniel Poensgen erzählt, wie viele Vorfälle antisemitischer Gewalt es heute gibt, wie Jüdinnen und Juden Gewalt und Beleidigungen erleben, ob sie sich, wie Edith Horowitz damals, möglicherweise auch heute durch die Polizei nicht geschützt fühlen. Und zuletzt geht es auch darum, was jede*r einzelne heute gegen antisemitische Gewalt tun kann.

 


 

Folge 10

Sie hat ein gutes Leben in Berlin. Edith Horowitz lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester in einer schönen Berliner Wohnung mit Dachterrasse. Ihr Verlobter lebt in der Nähe in einem möblierten Zimmer und kommt in seinen Mittagspausen immer zum Essen. Sie hängen alle sehr aneinander.
Ediths zukünftiger Schwager ist Schiffsbauingenieur und bereist die Welt. Als er 1935 oder 1936 in Deutschland ist, wann das genau war, weiß Edith Horowitz heute nicht mehr, legt er seinen Geschwistern und seiner Mutter nahe, so schnell wie möglich nach Argentinien oder in die USA auszuwandern. Dann reist er wieder ab. Kurz darauf schickt er llamadas, auch an Edith und seinen Bruder. Doch Edith kann sich nicht entscheiden zu gehen. „Es war so schwer für uns. Wir konnten uns nicht von meiner Familie trennen.“ Also schieben sie die Ausreise vor sich her. Doch der Schwager, der die Situation von außen besser beurteilen kann, wie sie heute weiß, drängt das Paar, „Kommt. Nehmt doch nur einen Koffer und kommt, um Gottes Willen!“ schreibt er in einem Brief, „Ihr könnt nicht warten.“

 


 

Folge 9

Eines weiß sie sicher. „Ich bin mehr Berlinerin als sonst was!“ Und trotzdem ist Berlin nicht mehr ihre Heimat. Eine neue Heimat hat die Vertriebene erst spät gefunden. Nicht auf dem Land im Norden Argentiniens, wo sie zusammen mit ihrem Mann, dem Bruder und ihren Eltern nach der Flucht Landwirtschaft betreibt, unter den primitivsten Bedingungen. Hier muss die Hutmacherin Kühe melken und Heuschrecken bekämpfen. 
Eine Heimat findet sie auch nicht in Buenos Aires, wo sie später lebt und ihre Kinder groß zieht. Eine neue Heimat findet sie erst auf ihrer letzten Lebensetappe im hohen Alter, im Hogar Hirsch, dem Altenheim für Deutsch sprechende Jüdinnen und Juden Argentiniens. Hier, 11.915 Kilometer von Berlin entfernt, existiere jüdische Leben, erzählt sie. „Hier habe ich das jüdische Leben zum ersten Mal so richtig kennengelernt. Hier in San Miguel gehöre ich eigentlich am allermeisten dazu. Das ist komisch, nicht?“ 

Sie sagt, es sei alles so über sie hinweggekommen. Die Veränderungen, nachdem die Nazis die Macht übernommen hatten, habe sie erst gar nicht so wahrgenommen, aber dann habe sie ihre Stelle als Hutmacherin verloren, weil sie Jüdin war. Heiraten sollte sie. Damit sie nicht als ledige Frau auswandern müsse. Beim jüdischen Hilfsverein habe man ihr einen jungen Mann vorgestellt. Den habe sie dann geheiratet. Sie habe das alles einfach so hingenommen. Fragen habe sie nie gestellt.

 


 

Folge 8

Eines weiß sie sicher. „Ich bin mehr Berlinerin als sonst was!“ Und trotzdem ist Berlin nicht mehr ihre Heimat. Eine neue Heimat hat die Vertriebene erst spät gefunden. Nicht auf dem Land im Norden Argentiniens, wo sie zusammen mit ihrem Mann, dem Bruder und ihren Eltern nach der Flucht Landwirtschaft betreibt, unter den primitivsten Bedingungen. Nicht in Buenos Aires, wo sie später lebt und Kinder bekommt. Eine neue Heimat findet sie erst im hohen Alter, im Hogar Hirsch, dem Altenheim für Deutsch sprechende Jüdinnen und Juden Argentiniens, 11.915 Kilometer von Berlin entfernt. Hier existiere jüdische Leben. Hier habe sie das jüdische Leben zum ersten Mal so richtig kennengelernt. Und sie resümiert: „Hier in San Miguel gehöre ich eigentlich am allermeisten dazu. Das ist komisch, nicht?

 


 

Folge 7

Ein Stück Deutschland, das sind 49 Menschen mit 49 bewegenden Geschichten. Jüdinnen und Juden, die nach Argentinien geflohen sind und in einem deutschsprachigen Altenheim in Bounos Aires leben. In dieser siebten Folge stellen wir euch Juan Breitbart vor, der durch die Flucht von seiner Familie getrennt wurde. In dieser Folge zu Gast: Sonja Mühlberger.

 


 

Folge 6

Er sagt, seine Mutter hätte ihn zweimal geboren. Einmal am 25. September 1916. In Berlin. Dann nochmal am 13. September 1938, wenige Tage vor seinem 22 Geburtstag. Da flieht er nach Bulgarien, dann nach Paris und bald über Genua nach Montevideo, Uruguay. Nur seiner Mutter habe er das zu verdanken, erzählt er im Interview 2004. Er flieht ganz allein und bleib allein. 13 Jahre lang. Im Hogar Adolfo Hirsch, dem Altenheim für Deutsch sprechende Jüdinnen und Juden spielt der Junggeselle entweder mit sich selbst Schach, liest oder pflegt die Blumen auf seinem Balkon und noch dazu die seiner Zimmernachbarin, denn sie hat nicht so viel Sinn für Pflanzen wie er. Kontakt zu den anderen Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern ist ihm nicht so wichtig. Er ist es gewöhnt, allein zu sein.

 


 

Folge 5

Das Erinnerungsprojekt "Ein Stück Deutschland" lebet neben den Texten im besonderen Maße auch von den 49 Portraitfotos, die 2004 entstanden sind. Seit 27 Jahren ist Tim Hoppe Fotograf. Aber viel früher schon wusste er, dass er genau das machen wollte: Ständig Neues kennenlernen, ihm unbekannte Orte sehen und spannende Persönlichkeiten treffen. Er wollte immer wieder neue Themen und Gebiete entdecken, die er vorher nicht kannte und konnte dann feststellen, „dass eigentlich jedes Thema interessant ist, wenn man sich damit beschäftigt.“
Menschen zu portraitieren mag er besonders. Schon das gesamte Drumherum gefällt ihm, dass er im Vorfeld viel über die Person erfährt, die er fotografieren wird. Er sieht seine Aufgabe darin, ihre Lebensgeschichte zu konservieren. Er sagt: „Jeder Mensch und jedes Gesicht ist einzigartig und hat eine einzigartige Geschichte.“
„In San Miguel, im Hogar Adolfo Hirsch, war besonders spannend, dass wir auf sehr viele extreme, berührende und traurige Lebensgeschichten auf engem Raum gestoßen sind. Das war sehr intensiv“, erzählt er. „Viele Erlebnisse aus einem langen und erlebnisreichen Leben lassen sich im Gesicht von älteren Menschen erkennen. Positive, wie negative. Es ist immer eine Herausforderung, das im Laufe des Shootings auf ein Bild zu bekommen.“

 


 

Folge 4

"Ständig stirbt jemand.“ Sorge macht sich breit, dass es dieses Heim vielleicht irgendwann nicht mehr geben wird. Alle hängen an diesem Ort. Das Hogar Adolfo Hirsch ist so etwas wie eine Heimat. Ein Stück Deutschland eben.

In dieser Reportage begleitet die Autorin Corinna Below die chicas del lunes, die Montagsmädchen einen Tag lang. Sie besuchen alte Menschen, deren Geschichten viel mit ihrer eigenen zu tun hat. Sie sind ehrenamtliche Helferinnen im Hogar Hirsch, dem Altenheim für die deutschsprechende Jüdinnen und Juden Argentiniens.
Gegründet wurde das Heim durch die Asocioción Filantrópica Israelita, dem Jüdischen Hilfsverein, im Oktober des Jahres 1940 für die älteren Deutsch sprechenden jüdischen Immigranten aus Europa. Immer war das Heim eine angesehene Adresse, bekannt über die Landesgrenzen hinaus. Und im Leben der chicas spielt es eine große Rolle. Das Heim ist für sie und alle die dort leben der Ort, an dem sich ihre Geschichten treffen. Ein Ort, der ihre Identitäten wiederspiegelt. Denn alle sind durch ihre Flucht aus Nazideutschland und ihrer Beziehung zum Land ihrer Väter und Mütter eng verbunden.

 


 

Folge 3

Ein Stück Deutschland, das sind 49 Menschen mit 49 bewegenden Geschichten. Jüdinnen und Juden, die nach Argentinien geflohen sind und in einem deutschsprachigen Altenheim in Buenos Aires leben. In dieser dritten Folge sprechen wir über die Geschichte von Hanna Grünwald, aus Bockenheim an der Weinstraße, Jahrgang 1905. 1928 heiratet sie und zieht mit ihrem Mann Fritz nach Essen. Zehn Jahre später flieht Sie mit ihm und ihrer zwei Jahre alten Tochter Renate nach Argentinien. Die Flucht ist allerdings eine monatelange Odyssee durch Europa. Bis zuletzt bleibt es unsicher, ob sie das rettende Schiff erreichen können. In Interviews aus den Jahren 2000 und 2004 erzählt Hanna ausführlich davon. Uns hat interessiert, wie sie die Erlebnisse verbreitet hat, ob sie nach dem Krieg Groll gegen Deutschland empfunden hat, denn wie so viele jüdische Emigrant*innen hat auch sie Familienmitglieder durch den Holocaust verloren. Und uns hat interessiert, wie es weiterging. Auch lassen wir ihre Tochter und ihren Enkelsohn erzählen, welchen Einfluss die Flucht auf sie bis heute hat. Zuallerletzt geht es in dieser Podcast-Folge um den dritten Lebensabschnitt von Hannah Grünwald, ihrer Zeit als "china del lunes", als Montagsmädchen im Altenheim Hogar Hirsch, einem Stück Deutschland, ihrem zweiten Zuhause. Hier ist ehrenamtliche Helferin bis zu ihrem 95. Lebensjahr. Sie stirbt vier Jahre später, kurz vor ihrem 100. Lebensjahr.

 


 

Folge 2

Jeden Montag ist sie zusammen mit den anderen chicas del lunes, den Montagsmädchen, nach San Miguel rausgefahren, zum Hogar Adolfo Hirsch, 25 Jahre lang. Immer zurechtgemacht, immer trug sie Lippenstift auf, passend zur Bluse und zur Jacke, je nach Jahreszeit. Nun fahren die chicas del lunes schon seit Jahren ohne ihre Kollegin und Freundin Hanna, denn irgendwann musste sie einen Schlussstrich ziehen. Ihr 95. Geburtstag stand kurz bevor, und damit war sie älter als die meisten Bewohnerinnen und Bewohner, die sie betreute. Der Arbeit als freiwillige Helferin fernzubleiben ist ihr sehr schwer gefallen. „San Miguel war für mich immer so etwas wie mein zweites Zuhause.“ Aber auch dieser Abschied ist nun schon einige Jahre her.

 


 

Folge 1

Ein Stück Deutschland, das sind 49 Menschen mit 49 bewegenden Geschichten. Jüdinnen und Juden, die nach Argentinien geflohen sind und in einem deutschsprachigen Altenheim in Bounos Aires leben. In dieser ersten Folge stellen wir euch das Projekt vor. Wer sind diese Menschen? Wie ist Corinna darauf gekommen, alle zu interviewen und ein Buch über ihre Geschichten zu schreiben? Was ist das "Hogar Aldolfo Hirsch"? Aber auch wir Autoren stellen uns vor.

 


 

TRAILER - DER PODCAST

Ein Stück Deutschland - das sind 49 Geschichten deutscher und österreichischer Jüdinnen und Juden. Menschen, die in der Zeit von 1933 bis 1941 vor den Nazis nach Argentinien geflohen sind. Dort sind vor 16 Jahren Interviews entstanden.

Mein Name ist Corinna Below. Ich habe die Interviews damals geführt. 2016 habe ich ein Buch daraus gemacht. Mein Kollege Carsten Janz hat mich zwei Jahre später motiviert, über social media mit den Geschichten an die Öffentlichkeit zu gehen. Jetzt also auch als podcast.

Wir hören uns Interviews gemeinsam an und diskutieren drüber. Wie haben die 49 den Faschismus erlebt? Was hat sie dazu gebracht, zu fliehen? Wer hat ihnen geholfen? Haben Sie Familie zurücklassen müssen und durch den Holocaust verloren? Wie gelang der Neustart fast 12.000 Kilometer von der Heimat entfernt? Und wie ist ihr Verhältnis zu Deutschland am Ende ihres Lebens?